BDP Sachsen-Anhalt

Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen
22.11.2011

Was verrät unsere Wohnung über uns?

Wohnzimmer

Photo: Axel V

Besonders gut können uns natürlich Freunde und Vertraute einschätzen. Sie wissen, wie wir reagieren, ob wir insgesamt eher entspannt oder aufgeregt sind. Auf den ersten Blick kann uns dagegen kaum jemand wirklich einordnen – aber allein die Art, wie wir unser Wohnzimmer gestalten, verrät mehr über uns als tausend Worte. Samuel Gosling ist britischer Psychologe und hat mittels ausgedehnter Studien festgestellt, dass unsere Räume vielleicht mehr über uns aussagen, als uns bewusst ist.

Das hat viel mit Verallgemeinerungen zu tun: Verschiedene Dinge werden mit bestimmten Charaktereigenschaften in Verbindung gebracht, und häufig genug stimmt diese Einschätzung. Wenn man eine gänzlich fremde Person in eine Wohnung lässt, bekommt sie meist einen umfassenden Eindruck von dem Fremden, der hier lebt – gänzlich unbelastet von den Dingen, die ansonsten die Einschätzung eines Menschen prägen. Anhand des Ordnungsgrades etwa lassen sich Prioritäten ablesen: Die Küche kann blitzblank sein, während im Arbeitszimmer kreatives Chaos herrscht. Wer ein Wohnzimmer in hellen, sanften Farben vorfindet, bekommt einen anderen Eindruck vom Besitzer der Wohnung, als wenn er die Wände hier rot gestrichen vorfindet.

Die Art und Weise, wie sorgfältig Bücher, Filme und CDs geordnet sind, lässt einen Rückschluss auf die liebsten Hobbies zu. Nicht zuletzt wird auch anhand der bevorzugten Genres ein eindeutiger Rückschluss auf den Charakter des Menschen zugelassen. Medaillen, Pokale und Urkunden zeigen genau wie Fotos, was und wer uns wichtig ist. Ein Zusammenspiel all dieser fragmentarischen Informationen ermöglicht es dem Fremden in unserer Wohnung, ein überraschend detailliertes Bild von uns zu erstellen.

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