Vergeben können – Ohne Gram durchs Leben
In der Religion spielt Vergebung eine große Rolle. Die Menschheit erkannte früh, dass wir Wege finden müssen, Schuldgefühle und Groll zu verarbeiten und positiv nach vorne zu schauen – egal, ob als “Täter” oder “Opfer”. So lange Menschen zusammen leben und miteinander Kontakt haben, wird es immer wieder Momente geben, in denen Vergebung und Sühne den Weg in die Zukunft bereiten. Was bedeutet das für uns? Wir müssen lernen zu vergeben und zu vergessen, denn sonst werden wir innerlich zerfressen von Gram und Missgunst. Egal, ob wir religiös sind, oder nicht.
Vergeben ist nicht Akzeptieren. Akzeptieren bedeutetet lediglich ein passives Weiterleben, Vergeben erfordert das aktive Beschäftigen mit dem Geschehenen. Vergebung ist wichtig für das Meistern des Alltages aber auch, um schwere Prüfungen, wie etwa eine Scheidung zu meistern. Nach Kündigungen, Streitereien mit Freunden oder Familienproblemen – wenn wir es nicht schaffen zu vergeben, bestimmt die Vergangenheit die Gegenwart. Dann droht ein Teufelskreis aus Misstrauen, Zweifeln, Angst und Wut. Besser ist es, sofort zu erkennen, wenn man zu lange wütend ist und vergebens versucht zu vergeben.
Viele Menschen suchen in solchen Situationen die Hilfe von Experten. In mehreren Schritten wird das Vergeben eingeleitet, beginnend mit dem Einsehen des Patienten, dass Vergebung nötig ist. Es geht um die seelische Gesundheit. Alte Wunden mit sich herum zu tragen, ist eine Belastung, die den Lebensmut nimmt. Wir müssen lernen mit Gefühlen umzugehen, die Ärger, Verlust oder Ungerechtigkeit bei uns auslösen. Das Leben ist ungerecht, wie oft hören wir das von unseren Mitmenschen. Anstatt uns mit solch negativen Dingen aufzuhalten, sollten wir uns auf die schönen Seiten des Lebens konzentrieren. Vergebung ist letztlich ein Geschenk, die uns erlaubt, die Wunden des Alltags zu heilen.

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