BDP Sachsen-Anhalt

Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen
4.11.2011

Wann ist es Zeit für psychologische Beratung?

Sackgasse

Photo: mrtopf

Nach wie vor halten sich in unserer Gesellschaft hartnäckige Gerüchte über Psychologen und Psychotherapie. Oft ist es daher schwierig für Betroffene zu entscheiden, ob es an der Zeit ist, sich professionell helfen zu lassen. Daher sollte man sich genauestens informieren, wie und wann Psychotherapie hilfreich sein kann und wer sich eher psychologischer Beratung unterziehen sollte. Der entscheidende Unterschied zwischen Therapie und Beratung liegt darin, dass bei der Beratung dem Patienten Strategien an die Hand gegeben werden, um sich “selbst zu heilen” während eine Therapie eine Krankheit diagnostiziert, die der Patient allein nicht heilen kann.

Allerdings kann psychologische Beratung auch dabei helfen, Ängste abzubauen und den Patienten so behutsam an eine Therapie heranzuführen, weil nach wie vor die drohende gesellschaftliche Stigmatisierung viele Menschen vom Besuch eines Psychotherapeuten abhält. Bei einer Beratung werden also Information über Hintergründe, Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten vermittelt und somit gleichzeitig Vorbehalten entgegen gewirkt. Viele Menschen sind sich schließlich bewusst, dass die eigene Lebensqualität so stark unter der Krankheit leidet, dass eine gewisse Bereitschaft für eine Therapie vorhanden ist.

Hier sind einige charakteristische Merkmale, die Menschen dazu bewegen, sich professionell helfen zu lassen:

  • ständiges Grübeln über alltägliche Probleme, ohne jemals zufrieden stellende Antworten zu finden
  • sich ständig aufdrängende Gedanken oder Zwangshandlungen, die Sie im Privatleben oder Beruf negativ beeinflussen
  • negative Gedanken oder Bilder (flash-backs) von früheren gewaltgeprägten (traumatischen) Erinnerungen
  • lang andauernde Gereiztheit und emotionale Spannung
  • lang andauernde Depressionen oder Angstzustände
  • Beeinträchtigung des täglichen Schlafs, Unfähigkeit sich zu entspannen
  • Beeinträchtigung des Essverhaltens, bedenkliche oder übermäßige Einnahme von Medikamenten
  • unlösbare Beziehungs- oder Familienprobleme
Wenn Sie eines oder mehrere dieser Probleme bei sich feststellen, sollten Sie sich in naher Zukunft mit einem Spezialisten zusammen setzen.

 

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