Stimmungsgtief vs. Depression – Worin liegt der Unterschied?
Depressionen gehören mittlerweile zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Infolge moderner Entfremdung ist oft von einer Zivilisationskrankheit die Rede. 15 von 100 Frauen erleiden heutzutage innerhalb eines Jahres eine depressive Phase. Bei den Männern ist die Quote nicht ganz so hoch: 8 von 100 haben im Jahr mit Depressionen zu kämpfen.
Gerade im Herbst und im Winter kommt es bei den Menschen immer häufiger zu einem vorübergehenden Stimmungstief, dem sogenannten Blues. Als Auslöser ist in erster Linie der jahreszeitlich bedingte Lichtmangel auszumachen: Schlechtes Wetter in Kombination mit tristen Farben und der Dunkelheit können extrem auf das Gemüt schlagen. Sobald sich die ersten Sonnenstrahlen zeigen, ist das Stimmungstief bei vielen Menschen überstanden. Einige Betroffene behalten ihre schlechte Laune und Stimmung leider über die düstere Jahreszeit hinaus – in diesem Fall liegt die Vermutung nahe, dass es sich um eine schwerwiegendere Depression handelt und nicht “nur” um ein Stimmungstief.
Die Frage, die sich viele Menschen insbesondere im Herbst und Winter stellen, ist eben, ob sie lediglich den Blues haben oder ob eine tiefer gehende psychische Erkrankung vorliegt. Die Symptomatik eines Stimmungstiefs ähnelt der einer Depression ungemein. Auch bei vorübergehend schlechter Laune zeigen die Menschen Anzeichen einer Depression: Sie sind niedergeschlagen und freudlos, verlieren jegliches Interesse. Die Betroffenen fühlen sich komplett leer, nichts macht ihnen mehr Spaß. Energie- und Antriebslosigkeit macht sich breit – Sie können sich zu nichts mehr aufraffen und motivieren. Auch weitere klassische Symptome einer Depression können bei einem Stimmungstief hinzukommen: zum Beispiel Schuldgefühle und Selbstvorwürfe, negative verzerrende Gedanken, Schlafstörungen, innere Unruhe, Appetit- und Libidoverlust oder Gedanken an Selbstmord.
Der entscheidende Unterschied zwischen einer Phase schlechter Stimmung und einer Depression ist weniger anhand der Intensität des Gefühls der Niedergeschlagenheit festzumachen als an dessen Dauer. Die Phase der schlechten Laune geht vorüber, wie es eben oft bei dem Herbstblues der Fall ist. Darüber hinaus bleiben vorübergehend schlecht gelaunte Menschen empfänglich für Ablenkungen und andere Stimmungslagen: Man kann trotz des Tiefs noch lachen oder sich von der positiven Stimmung anderer anstecken lassen. Generell fühlen die Menschen, dass sie noch leben, trotz des Tiefs. Menschen, die an dauerhaften Depressionen leiden, haben hingegen prinzipiell keine echte Stimmung: Andere Menschen können die Betroffenen nicht mitreißen, alles bleibt dunkel. Das führt zu einer deutlicheren Beeinträchtigung des Alltags. Man hat eben das Gefühl, nicht mehr richtig leben zu können. Sollte Letzteres der Fall sein, reichen die Kontakte zu Freunde und Familie oftmals nicht mehr aus und es sollte der Rat eines Arztes in Anspruch genommen werden.

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