BDP Sachsen-Anhalt

Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen
29.10.2011

Aus Zwei werden Drei – Wenn aus Partnern Eltern werden

Photo: Paparutzi

Allgemein wird erwartet, dass Kinder das Beziehungsglück vollkommen machen. Sie können aber auch einen gewissen Störfaktor für eine Beziehung bedeuten. Hierbei ist der Störfaktor nicht das Kind direkt. Die Partner bekommen neben ihrer eigentlichen Rolle in der Beziehung eine zusätzliche Aufgabe als Eltern hinzu. Aus einem bisher eingespielten Zweierteam wird ein Dreierteam, welches sich noch einstellen muss.

Die Beziehung zueinander und der Alltag zu zweit verändert sich grundlegend durch ein Baby: Das Kind steht im Mittelpunkt der Beziehung. Gerade in den ersten Jahren benötigt das Kind viel Zeit, Zuwendung und die Aufmerksamkeit der Eltern. Dabei bleibt oft weder viel Zeit noch Leidenschaft für den Partner übrig. Man unternimmt weniger miteinander, der Kontakt zu Freunden reduziert sich, finanzielle Probleme können hinzutreten, man wird unflexibler und leidet unter Schlafmangel. Auch dass der sexuelle Kontakt, meist in der Anfangszeit, weniger wird, ist ein wichtiger Aspekt.

Die Partner müssen sich nun neue Arbeits- und Rollenverteilungen zulegen. Während ein Elternteil arbeitet, übernimmt das andere häufig die heimische Rolle und kümmert sich um das Kind. Die vorher dagewesene Intimität zum Partner wird durch das Kind eingeschränkt. Je besser ein Paar sich auf die bevorstehende Veränderung vorbereitet, desto leichter kann es mit diesem Wandel zurechtkommen. Die Eltern sollten sich im Klaren darüber sein, dass es sich hierbei nicht nur um positive Veränderungen handelt.

Man sollte eine zu einseitige Rollenverteilung vermeiden; z.B. sollte der Vater eine eigenständige Beziehung zum Kind aufbauen, Zeit mit ihm alleine verbringen und es versorgen. Reden und Zuhören ist das Wichtigste, man sollte dem Partner gegenüber stets alle Wünsche und Probleme in einem ruhigen Moment zu zweit äußern. Es müssten Strukturen geschaffen werden, die von beiden Elternteilen befürwortet und getragen werden, um so Enttäuschungen zu vermeiden.

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